Versicherungstarife müssen ab dem 21.12.2012 geschlechtsneutral sein. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit Urteil vom 01.03.2011 (Az. C-236/09) entschieden, dass die Ausnahme vom Verbot der Berücksichtigung des Geschlechts als Risikofaktor bei der Berechnung von Versicherungsprämien und Versicherungsleistungen in Artikel 5 Abs. 2 der Gleichbehandlungsrichtlinie 2004/113/EG ab diesem Zeitpunkt ungültig ist. Eine Berücksichtigung des Geschlechts von Versicherten als Risikofaktor sei diskriminierend und mit dem in Artikel 21 und Artikel 23 der EU-Grundrechtscharta verankerten Grundsatz der Gleichheit von Frauen und Männern unvereinbar. Der EU-Gesetzgeber habe zwar die Regel geschlechtsneutraler Prämien und Leistungen stufenweise mit angemessenen Übergangszeiten umsetzen dürfen. Die Verbotsausnahme ermögliche jedoch eine unbefristete Aufrechterhaltung geschlechtsdifferenzierender Tarife und laufe dem Ziel der Gleichbehandlung von Frauen und Männern zuwider, wie der EuGH in seinem Urteil vom 01.03.2011 entschied.

Die Reaktionen der Versicherungen ließen selbstverständlich nicht lange auf sich warten, so dass diese geschlechtsneutrale Tarife kritisierten. Die Versicherungsbranche lehnt geschlechtsneutrale Versicherungstarife ab, die sie nach dem Urteil des EuGH vom 01.03.2011 ab dem 21.12.2012 anbieten müssen. Die Versicherungsunternehmen rechnen mit höheren Versicherungsprämien als Konsequenz der EuGH-Entscheidung.

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